Reiseblog

Karijini National Park

Schluchten der Extraklasse

Mai 282014
Mai 282014

Wie berichtet hatten wir vor, nach unserem Besuch in Dampier unsere Reiseroute zur Abwechslung wieder mal ins Landesinnere zu verlegen. Die Schluchten und Badepools im Karijini National Park weckten unser Interesse. Man möchte eigentlich meinen, daß wir seit unserer Reise durch die schluchtenreiche Kimberley-Region bereits „overgorged“ wären, also von Schluchten genug gesehen hätten. Im Grunde sind wir das auch, aber hier in diesem Nationalpark erscheinen diese Naturwelten im wahrsten Sinne des Wortes nochmal in einem ganz neuen Licht und mit einer Prise Abenteuer.

Die Anreise kostete uns wieder einmal Geduld und ein gutes Sitzleder, denn von Dampier bis zu unserem geplanten Übernachtungsplatz kurz vor dem Nationalpark galt es gut 500km zu bewältigen. Kurz vor unserem Ziel waren wir und unser beinahe leer gefahrener Tank glücklich, das einzige Roadhouse in der weiten Umgebung planmäßig erreicht zu haben. Dort angekommen spielten sich dann die seltsamsten Szenen ab: Ein Franzose suchte mit einem vollen Benzinkanister in der Hand nach einer Mitfahrgelegenheit zurück zu seinem aus Spritmangel hängengebliebenem Auto. Eine Zapfsäule weiter versank ein junges Backpacker-Paar in der Verzweiflung. Das Mädchen war zuvor nämlich so in ein Gespräch verwickelt gewesen, daß es aus Versehen Dieseltreibstoff anstelle von Benzin in den Tank gefüllt hat… bis oben hin voll. Wir fuhren weiter, setzten den sichtlich erleichterten Franzosen bei seinem Auto ab und stießen einige Kilometer weiter, bei der Einfahrt zu unserem Nächtigungsplatz, auf drei Typen, welche uns fragten, ob wir nicht etwas Motoröl dabei hätten. Ihr Öltank war nämlich so trocken wie der Boden hier, und die Orientierung fehlte ihnen auch… z.B. daß 5km weiter nördlich ein Roadhouse steht. Tja, so eine Reise durch Westaustralien kann schon mal zur Verzweiflung und Rätselraten führen.

Wir hatten also unser Ziel dieses Tages erreicht, einen wilden Stellplatz ohne sanitäre Anlagen kurz vor der Einfahrt in den Nationalpark. Die Lage und die Umgebung waren eines Campers Traum, in unmittelbarer Nähe zur Munjina-Schlucht, und zu unserer vollsten Zufriedenheit wurde es merklich kühler.

An unserem ersten Tag im Karijini National Park gings zunächst mal zum Visitor Center, wo wir unsere Zutrittsgebühr (inkl. Camping-Erlaubnis) beglichen und uns mit Info- und Kartenmaterial ausstatteten. Anschließend daran holten wir unsere seit langem nicht mehr genutzten Trekkingschuhe hervor, um eine Rundwanderung entlang der Dales-Schlucht zu unternehmen. Erfrischende und optisch sehr reizvolle Bademöglichkeiten auf unserem Weg gabs genug. Sehr erfreut waren wir jedenfalls darüber, daß die Sonne nicht mehr gar so stark vom Himmel brannte und die Temperaturen untertags halbwegs erträglich blieben.

Den zweiten Tag widmeten wir zunächst dem zweithöchsten Berg in Westaustralien, dem 1.235m hohen Mt. Bruce. Dazu gings früh morgens aus den Federn, um der Hitze während des Aufstiegs zuvorzukommen. Fünf Stunden benötigten wir für die schöne und anspruchsvolle Bergtour inklusive ausgedehnter Gipfeljause, sodaß wir bereits am frühen Nachmittag wieder beim Parkplatz waren. Uns war nach einem erfrischenden Sprung ins kühle Naß, und das wartete in der Hancock-Schlucht auf uns. Der Weg dorthin über ungeteerte Rüttelpiste war allerdings lang und riskant noch dazu, da wir ja gemäß unseres Campermietvertrages auf solchen Pfaden überhaupt nichts verloren hätten, für etwaige Schäden nicht gedeckt wären und sowieso Strafe zahlen müßten, wenn die denn davon wüßten. Man kann nur hoffen, daß Apollo ihre Camper nicht von vorn herein mit GPS-Sender ausstattet, um immer darüber im Bilde zu sein, wo sich gerade ihre „Babys“ aufhalten. Für uns hat sich jedenfalls der unerlaubte Abstecher gelohnt: Der Camper blieb heil und wir holten uns die verdiente Abkühlung und genossen die abenteuerliche Durchsteigung der tiefen Schlucht.

Am dritten und letzten Tag, oh Apollo möge uns vergeben, sind wir die rund 50km ungeteerte, trotzdem aber gut befahrbare Straße zur Hamersley-Schlucht gefahren. Nahezu alleine konnten wir dort die bizarren Gesteinsschichten an den Felswänden bewundern, welche die Erdgeschichte über Millionen von Jahren hier hervorgebracht hat. Der Fortescue River hat seinen Teil noch dazu beigetragen, daß diese Schlucht heute lauter kleine und mittlere Pools entlang des Flußlaufes zur Erfrischung anbietet; einer davon verdiente sich sogar den Namen „Spa Pool“.

Mit diesem Tag endete somit also unser Ausflug in den Karijini National Park, einem der schönsten und ältesten Nationalparks Australiens, für jemand unter euch die/der in Zukunft mal in diese Gegend kommen sollte, ein absolutes Muß.

    2 Comments

  1. Sehr lässig. Und tolle Fotos.

    Passts auf vor den Backpacker Camps – da hab ich schon ein paar Horrorfilme gesehen.

    Gruß D

    • Hi Didi!
      Was du wieder für Filme schaust! Also i kenn keinen Horrorfilm über Backpacker-Camps.. i schau immer nur ORF2, und da gibt’s nur Peter Alexander, Winnetou und Sissi. 😀
      Schön, von dir zu hörn! Wie geht’s euch? I muß di übrigens nit dran erinnern, daß noch die Grillerei af eurer Almhütt offen is!? 😀
      Schöne Grüße!

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