Reiseblog

Shark Bay

Delfine aus der Nähe

Juni 072014
Juni 072014

Unser Roadtrip entlang der Westküste hat uns wieder ein Stück weiter Richtung Süden gebracht, diesmal ins Shark Bay Naturreservat, welches seit 1992 als Weltnaturerbe gelistet ist. 2,2 Millionen Hektar misst das Reservat, welches an Farben und Lebensräumen abwechslungsreicher kaum sein kann. Gerade diese Vielfältigkeit ermöglicht es vielen bedrohten Lebewesen, für sie ideale Lebensbedingungen vorzufinden. Die seichten Gewässer des Shark Bay Marine Parks sind beispielsweise über weite Flächen mit Seegras bewachsen, in welchen Dugongs, um genau zu sein ein Achtel des weltweiten Bestandes, ihren passenden Lebensraum finden.

Wer also den World Heritage Drive durch das Naturreservat nimmt, gelangt zunächst zu den Hamelin Pool Stromatolithen. Stromatolithen sind knollen- oder säulenartige Kolonien von Mikroorganismen, welche in extrem salzigen Gewässern langsam heranwachsen. Sie sind die mit 3,5 Milliarden Jahren älteste bekannte Fossilienart. Von Hamelin Pool führt die Straße weiter zur nächsten Abzweigung an die Nanga Bay. Hier läßt es sich in den seichten Gewässern hervorragend baden und ein idyllisch angelegter Campingplatz bietet eine gute Übernachtungsmöglichkeit für alle Spätankömmlinge im Reservat. Nächste Station am World Heritage Drive ist die Shell Beach, ein halbrunder Strand, welcher ausschließlich aus kleinen weißen Muscheln besteht, sgn. Coquina-Muscheln, die hier in den überdurchschnittlich salzigen Gewässern ihren perfekten Lebensraum gefunden haben. Einige Kilometer weiter kann man von der begehbaren Aussichtsplattform am Eagle Bluff jede Menge Meeresbewohner in den seichten Gewässern erspähen, wie z.B. Haie, Schildkröten oder Dugongs. Wir hatten das Glück, zwei kleine Haie auszumachen. Als nächstes gelangt man nach Denham, Australiens westlichster Ortschaft. Besonders sehenswert sind hier zwei Gebäude, welche komplett aus Muschelziegeln gebaut wurden, welche einst aus komprimierten Muschelschichten herausgeschnitten wurden. Vor der Endstation des Shark Bay Heritage Drives lädt die wundervolle Little Lagoon noch zu einem erfrischenden Bad im türkisblauen Wasser ein. Wir dachten uns halt, daß ein Bad darin schön wäre… ausprobiert haben wir es nämlich nicht 😉 Die letzte und gleichzeitig für Touristen interessanteste Station im Shark Bay Reservat ist der kleine Strandabschnitt Monkey Mia. Seit 1960 suchen nämlich täglich Delfine diesen Küstenabschnitt heim, um den Kontakt mit den Menschen zu suchen. Wie es dazu kam? Siedler fingen in jenem Jahr an, die Tiere zu füttern; und diese Tradition lebt noch heute weiter, wenn auch nicht mehr in demselben Ausmaß. Es soll nämlich bei den Tieren ihr natürlicher Jagdtrieb aufrecht erhalten bleiben. Da drängte sich uns gleich die Frage auf: Wenn ihnen wirklich am Schutz der Tiere liegt, wieso dann überhaupt die Fütterung? Nicht mal berühren darf man die Delfine, sobald sie Vormittags pünktlich zur Show-Fütterung kommen und wenige Meter vor den Füßen der Besucher im Wasser hin und her schwimmen. Auch sonst, außerhalb der Fütterungszeiten gilt in Monkey Mia: Wenn du im Wasser auf einen Delfin triffst, darfst du nicht mit ihm schwimmen… der Delfin aber sehr wohl mit dir. Was das heißt und wer das kontrollieren soll, ist uns schleierhaft, denn da bleibt viel Interpretationsspielraum. Aber dieses Problem hat sich uns (leider) nicht gestellt, denn beim Schwimmen sind wir auf keine Delfine gestoßen. Man mag von dieser zwiespältigen Touristenattraktion halten was man will, aber sicherlich bekommt man diese sympatischen Tiere sonst selten so nah zu sehen. Und deswegen ist es trotz allem ein tolles Ereignis.

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