Reiseblog

Kalbarri

Am Rande der Klippen

Juni 092014
Juni 092014

Wir haben dem wundervollen Shark Bay Naturreservat mit vielen tollen Eindrücken in der Tasche wieder den Rücken gekehrt und uns weiter Richtung Süden aufgemacht. Mit unserer Weiterreise haben wir übrigens auch die Region Gascoyne hinter uns gelassen und gemerkt, je weiter wir in den Süden vorrücken, desto grüner wirds und desto kultivierter sieht das Land aus. An manchen Stellen möchte man sogar meinen, man sei wieder in Neuseeland unterwegs – auch weil die Schafzucht in dieser Gegend zugenommen hat, nur, daß die Tiere hierzulande wegen der roten Erde etwas orange gefärbt aussehen.

Unser nächster Halt galt nun der Ortschaft Kalbarri. Dort wollten wir uns im gleichnamigen Nationalpark umsehen, welcher sich am Rande der Ortschaft befindet. Zum Einen gibts im Landesinneren einige Schluchten zu durchwandern, zum Anderen bieten die Klippen entlang der Küste spektakuläre Ausblicke – und alles umgeben von reichlich Buschwerk und Wildblumen.

Bei unserem Besuch im Nationalpark beschränkten wir uns auf die Küstengegend, und wie wenn nicht zufuß läßt sich am besten die Natur erkunden. Wir entschieden uns daher, den 8km langen Bigurda Trail zu durchwandern, welcher vom Eagle Gorge hoch oben am Klippenrand entlang zur Natural Bridge führt. Es fühlte sich gut an, wieder ein paar Schritte zu gehen und nicht immer nur auf den Straßen unterwegs zu sein. Während wir so dahin gingen und die respekteinflößende starke Brandung unter uns beobachteten, wie sie ihre hohen Wellen gegen die Klippen knallte, hopsten uns zwei Kängurus über den Weg. Damit nicht genug, machten wir auch im Wasser einen großen Schwarm von Delfinen aus, welche gemächlich durchs Wasser zogen. Zwei Stunden benötigten wir für die Wanderung bis zur Natural Bridge, wo es, wie es sich gehört, eine anständige Jause gab. Die 8km wieder auf demselben Weg zurück störten uns zunächst schon etwas, sodaß wir mit dem Gedanken spielten, per Autostop zurück zu fahren. Die Hauptstraße war aber zu weit weg, damit blieb nur mehr der Rückweg ebenfalls zufuß. Dies lohnte sich aber voll und ganz im Nachhinein, denn sonst hätten wir nicht einen Buckelwal beim Springen aus dem Wasser beobachten können – ein tolles Erlebnis.

Die zwei Nächte, welche wir in Kalbarri geblieben sind, haben wir am dortigen Campingplatz verbracht. Am Tag unserer Abreise gabs dann noch eine tolle Szene: Wir saßen gemütlich beim Frühstück als uns ein Mann plötzlich anspricht: Seine Frau habe letzte Nacht einen jungen schlanken und groß gewachsenen Mann in der Nähe ihres Campers eine Zigarette rauchen sehen, und an diesem Morgen mußten sie feststellen, daß der Stromkabel für die Stromzufuhr zu ihrem Camper rausgezogen war – sie vermuteten natürlich, daß der rauchende Mann der Übeltäter war. Sie hätten auch beobachtet,daß der Mann in unsere Richtung verschwunden sei, also seinen Stellplatz irgendwo da haben muß wo wir sind. Mit anderen Worten, Seppi wurde vom Geschädigten als Schuldiger auserkoren, da er schlank,dunkel und groß ist, und somit wollte dieser ihn zur Rede stellen. Tja, mit unserer Erklärung, daß Seppi Nichtraucher ist, zog sich der Ankläger – wohlgemerkt ohne sich zu entschuldigen – wieder zurück. Er schien uns aber nicht ganz geglaubt zu haben. Verständlich, denn Seppi sieht nicht aus wie die Unschuld vom Lande, sondern eher wie einer der anderen Campern den Stecker zieht 🙂 Seltsamerweise drehte kurz darauf ständig ein anderer pensionierter Camper um unseren Platz seine Runden, vermutlich ein Kollege, der kurzerhand zum Späher ernannt wurde und doch mal prüfen sollte, ob wir uns nicht doch noch eine Zigarette anstecken – übrigens ein schlechter Späher, so auffällig wie dieser seine Rolle angegangen ist. Großer Camping-Krimi also in Kalbarri, wie ihr seht! Wenn wir noch eine Nacht geblieben wären, hätten sie Seppi wahrscheinlich doch irgend eines Vergehens beschuldigt und den Scheiterhaufen gefordert. 😀

    2 Comments

  1. … haha, coole gschicht… hättest da holt amol a zigaretterl ongezunden seppi… nur zum spaß… donn hättens di wahrscheinlich glei verschleppt… :-)… übrigens konn i mir guat vurstellen dos des du worst weil seinerzeit im studentenheim host jo a du immer die pizzen aus die kühlschränk gfladert und donn die unschuld vom lande geben… die sandra glabt ma heit noch nit dos des nit i wor sondern du… haha…

    • Jo wer woaß, vielleicht bin i zum Nochtwondler gwordn und zünd mir dabei immer a Zigrett un bevor i mi ans Stromsteckerziachn moch. 😉
      Ernst, des konn gor nit i gwesn sein, weil du derjenige worst, der nie wos in seim Kühlschronk ghob hot. 😀

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