Reiseblog

Great Barrier Reef

Schnorchel-Eldorado

Juni 222014
Juni 222014

Nur war es also soweit für unsere Schnorcheltour zum Great Barrier Reef. Das Wetter zeigte sich am Samstag von seiner besten Seite, somit war eine Voraussetzung für ein tolles Unterwassererlebnis schon mal abgehakt. Auch die gefürchteten Würfelquallen halten zurzeit ihren „Winterschlaf“, ein weiterer Pluspunkt für uns.

Zum Great Barrier Reef sei erwähnt, daß es sich hierbei, wie sicher viele wissen, um das größte Riffsystem der Erde handelt, einem Netzwerk von über 2.500 eigenständigen Korallenriffen, welches sich auf Höhe der Stadt Mackay der Küste entlang nach Norden bis nach Papua Neuguinea erstreckt. Generell wird unterschieden zwischen Küsten- bzw. Inselriffen und dem eigentlichen Barrier Reef entlang der Kante der Kontinentalerdplatte. Beim Barrier Reef wiederum unterscheidet man das küstennähere Inner Reef und das entferntere und auf der Kontinentalerdplatte gelegene Outer Reef. Wie bekannt ist, sind Korallen nicht Lebensformen, welche sich von heute auf morgen entwickeln. Der älteste Teil des Great Barrier Reefs ist stolze 18 Millionen Jahre alt. Weiters dürfte bekannt sein, daß Korallen extrem empfindlich sind und hohe Anforderungen an ihren idealen Lebensraum stellen: genug Sonnenlicht, genügend Versorgung mit Plankton, eine korrekte Wassertemperatur von nicht weniger als 20°C und eine starke Strömung. Das Great Barrier Reef erfüllt all diese Voraussetzungen und strotzt deshalb nur so vor Leben. Mal abgesehen von den Korallen konnten über 1.500 tropische Fisch- und über 4.000 Schwammarten identifiziert werden.

Wir mußten früh aus den Federn, der Check-in am Reef Terminal bei unserem Tour-Organisator war für 7:30 Uhr angesetzt. Billig ist so ein Ausflug, wie in unserem Fall, zum ca. 100km entfernten Outer Reef natürlich nicht (ca. 140€ pro Person), aber wie heißt es so schön: wenn man schon mal da ist. Am Reef Terminal angekommen, merkt man natürlich, daß das Great Barrier Reef der Touristenmagnet Queenslands schlechthin ist. Da geht es zu wie auf dem Jahrmarkt. Schier unüberblickbar sind die zahllosen Tour-Anbieter und noch unübersichtlicher ihre verschiedenen Angebote und Pauschalpakete. Auf unserem Dampfer gingen 50 Leute an Bord, auf den ersten Blick ein Grund sich Sorgen zu machen und zu befürchten, daß man sich später im Wasser gegenseitig „auf die Flossen“ tritt. Es stellte sich aber heraus, daß gut die Hälfte davon tauchen gingen; buh, noch einmal gut gegangen.

Die ca. einstündige Fahrt hinaus zum Outer Reef war entgegen unseren Erwartungen nicht ganz ohne, was den Seegang und dessen Auswirkungen auf das Boot betraf. Phasenweise ging es ganz schön auf und ab und hin und her. Folglich dauerte es bei einigen Passagieren auch nicht lange, bis sie sich des im Tourpreis inkludierten Frühstücks wieder entledigen mußten. Uns ging es zum Glück den Umständen entsprechend gut, aber auch wir mußten uns konzentrieren, um nicht übel zu werden. Seppi bevorzugte es etwa, die ganze Fahrt über vorne am Bug in Fahrtrichtung zu schauen. Der starke Fahrtwind hat ihn dafür eine Gratis-Föhnfrisur verpaßt bis wir am Riff ankamen.

Insgesamt standen bei diesem Ausflug drei Schnorchel- bzw. Tauchstopps auf dem Programm, zwei zu je zwei Stunden und einer zu einer Stunde. Dazwischen gabs noch ein Mittagsbuffet und am Nachmittag Kaffee und Kuchen. Was wir am Flynn-, Milln- und Pellowe-Riff unter Wasser zu sehen bekamen bestätigte unsere Erwartungen: Das Great Barrier Reef ist schlicht und ergreifend ein Schnorchel- und Tauch-Eldorado. Es in Worte zu fassen fällt ziemlich schwer, dazu sind die Bilder da. Die Korallen- und Fischvielfalt ist noch einmal eine Stufe höher im Vergleich zum Ningaloo Reef an der Westküste Australiens. Trotzdem müssen wir sagen, daß wir in Sabang auf den Philippinen in puncto Farbenvielfalt bei den Korallen Ähnliches erlebt haben, wohl gemerkt zu einem Bruchteil der Kosten und in unserer Privat-Bangka. Die Korallen waren dort zwar nicht so groß, aber wir denken, daß sich beispielsweise das Tubbataha-Riff, ebenfalls auf den Philippinen, nicht vor dem Great Barrier Reef verstecken braucht.

Durch seine Bekanntheit zieht das Great Barrier Reef jährlich zig Tausende Besucher an, und wie wir auch feststellen konnten, leidet das Riff unter dem Besucherstrom. Die Touranbieter und die Bootscrew können noch tausend Mal die Schnorchler und Taucher darauf hinweisen keine Korallen zu berühren, darauf zu stehen oder Korallen gar abzubrechen, es wird immer Einige geben, die diese Anweisungen nicht befolgen und so tun als wären sie die einzigen Besucher am Riff. Wir selbst konnten einige Schnorchler beobachten, die sich auf den Korallen stehend ausgeruht, mit den Flossen nach den Fischen getreten und sich beim Schwimmen an den Korallen festgehalten und sie somit abgebrochen haben. Für diese Jungs war das scheinbar kein Thema, sie haben sich darüber keine Gedanken gemacht, wir aber haben uns richtig geärgert und hätten sie am liebsten an die Fische verfüttert; diese fressen aber mit Sicherheit auch nicht alles 🙂

Um 16:30 Uhr liefen wir mit zufriedenen Schnorchel-Gesichtern wieder im Hafen von Cairns ein. Ein schöner Tag mit einzigartigen Erlebnissen neigte sich dem Ende zu. Daß wir ausreichend im Wasser waren merkten wir noch beim Schlafengehen, als wir immer noch das Gefühl hatten, im Wasser zu treiben. Seppi suchte diesmal aber nicht den Bug unseres Campers auf und Föhnfrisur bekam er auch keine mehr 🙂

    4 Comments

  1. hobs in Nemo gfunden… bravo.. die Dori a?????? 🙂

    • Hoi,jo viele Nemos 🙂 und nou a pour ondra Fischlan 🙂

  2. Habt ihr auch Ringelrobben gesehen?

    • Meinst du das Fabelwesen aus der finnischen Sagenwelt? 😉

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