Reiseblog

Jodhpur

Die blaue Stadt

November 292013
November 292013

Auf unserem Weg weiter Richtung Westen haben wir die Region Uttar Pradesh verlassen und sind nun in der Region Rajasthan unterwegs. Beide Regionen könnten, was ihre Vegetation betrifft, kaum unterschiedlicher sein. Würde man den Grenzverlauf zwischen diesen beiden Regionen nicht kennen, so würde man spätestens ab Jaipur feststellen, daß sich die Umgebung verändert hat. Denn, je mehr man nach Westen vordringt, desto karger und wüstenähnlicher wird die Gegend. Und so wie das Land, ändern sich auch die Menschen: Den Gesichtern, speziell älterer Leute, ist die Trockenheit regelrecht ins Gesicht geschrieben. Auffallend auch, daß Frauen und Männer viel mehr Liebe zum Detail an den Tag legen was ihr Äußeres betrifft: Während Frauen sich mit deutlich mehr Silberschmuck zeigen, präsentieren Männer mit Turban stolz ihren wohlgeformten Schnauzbart.

Wir sind nun also mit dem Zug über Jaipur bis nach Jodhpur, der „blauen Stadt“, welche sich wirklich zum Großteil in einem erfrischend erscheinendem Himmelblau präsentiert. Und dies hat nicht etwa ästhetische Gründe, sondern dient der Abwehr von Termiten und Insekten: Die ursprünglich weiß bemalten Häuser waren offenbar dagegen nicht gefeit, sodaß man mittels Beimengung von Chemikalien (z.B. Kupfersulfat) versucht hatte, der Situation Herr zu werden. Heraus kam besagtes himmelblaues Gemisch, mit welchem die Häuser bestrichen werden.

Doch blaue Häuser  und enge Gassen sind nicht das Einzige, was es in Jodhpur zu bewundern gibt: Hauptattraktion der Millionenstadt ist das Merehangarh-Fort, welches auf einem breiten Hügel über die Stadt wacht. Das Fort mit seinen 36m hohen und 20m breiten Mauern diente bis 1943 als royale Residenz der Maharadschas und gilt bis heute als besterhaltenster Palast in Rajasthan… denn Paläste gibt es in dieser Region zuhauf. Die Altstadt, zu Füßen des Forts, ist von einer 9,5km langen Stadtmauer umgeben und besitzt 9 Stadttore. Zentrum der Altstadt bildet der Sardar-Markt mit seinem auffallenden Uhrenturm.

Von uns selbst gibt’s eigentlich wenig Spektakuläres zu berichten, außer, daß es uns nach wie vor blendend geht, wir die neuen Eindrücke verschlingen, weiterhin hungrig nach Mehr bleiben, und Seppi wieder mal zum Bartrasieren mußte.

    Ein Kommentar

  1. Indiana-Jones-Fans unter uns können sich sicher an den Streifen „Indiana Jones und der Tempel des Todes erinnern“. Nun, dieser Film spielt in Indien.
    Das Interessante dabei: Wer den Film kennt, wird sich auch an den Palast von Pankot erinnern.. jenem Palast, in welchem Indy und seinen Freunden Käfer, Schlangen und Affenhirn zum Essen gereicht wurde. 😉 Ich dachte mir: Wenn dieser Film schon in Indien spielt, dann diente mit Sicherheit ein Palast in Rajasthan als Filmkulisse. Eine kurze Webrecherche und siehe da, das Amber Fort in der Nähe von Jaipur diente den Außenaufnahmen des Palasts von Pankot als Vorlage. Allerdings lediglich als Vorlage, denn von der indischen Regierung gabs keine Drehgenehmigung.
    Schade, daß wir Jaipur bereits passiert haben.. ich wäre gern auf Indys Spuren gewandert. 😉

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