Reiseblog

Gold Coast

Eines Surfers Paradies

Juli 072014
Juli 072014

Wir sind mittlerweie in einen Küstenabschnitt vorgedrungen, welcher in puncto Wellenreiten ziemlich interessant ist. Spätestens dann, wenn man so phantasievoll klingende Ortsnamen wie Surfers Paradise hört, weiß man, daß man sich im Surfing-Hoheitsgebiet befindet.

Surfers Paradise ist von Brisbane gerade mal einen Steinwurf entfernt, eineinhalb Stunden dauerte die Fahrt. Bevor es aber ins Zentrum der Surferhochburg ging, mußten wir noch eine Vollbremsung hinlegen. Margit hatte am Straßenrand einige Outlet-Läden bekannter Surf-Modemarken gesichtet und sogleich das „Maschinen-Stop“-Signal an die Kommandobrücke gesendet. Erst mal zum Stillstand gekommen, hieß es dann Treffpunkt vereinbaren, ausschwärmen und ran an die Discount-Wühltische. Schlussendlich kehrten wir aber dann doch beide wieder mit leeren Händen zum Camper zurück. Irgendwie hat uns unter der ganzen Discount-Ware doch nichts wirklich angesprochen. Dafür ist Seppi umso tiefer ins Fettnäpfchen getreten: In einem Skaterladen entdeckte er beim Vorübergehen Rollschuhe. Ganz verblüfft vom seltenen Anblick stand er vor dem Regal und betrachtete die tollen Modelle. Plötzlich stand ein junger Ladenangestellter neben ihm und sprach ihn in üblich australischen Slang an: „What are you for, Derby or …(irgendwas anderes)?“. Von Australiern sind wir ja mittlerweile gewohnt, daß sie gerne ins Gespräch kommen wollen und uns daher gerne nach unserer Herkunft und unserem Reiseziel fragen. Damit rechnete in diesem Moment der kompletten Verwirrung auch Seppi und glaubte verstanden zu haben, daß sein Gegenüber ihn danach gefragt habe, wohin die Reise ginge, nach Derby oder …(irgendwas anderes). Sogleich folgte die unpassendste aller unpassenden Antworten: Sydney. Sich darüber im Klaren, daß Seppi seine Frage überhaupt nicht kapiert hat, entfernte sich der Ladenangestellte wieder. Tja und dann ging auch Seppi ein Licht auf, als er neben dem Regal ein Poster hängen sah, auf welchem es um die Rollschuhsportart Derby ging. Also wollte der Verkäufer von Seppi wohl doch lieber wissen, für welche Rollschuhsportart er sich interessiere. Die Situation könnte man sich auch für uns Alpenländer so vorstellen, daß man beim Sportler in Bruneck vor dem Skiregal steht und gefragt wird, ob man sich für Skitour- oder Pistenski interessiert und als Antwort gibt: Toblach. Echt peinlich! …aber immer wieder zum Totlachen.

Damit ging es dann anschließend endlich in die Surfhochburg mit ihren wolkenkratzerartigen Hotel- und Appartementkomplexen. Wenn man bedenkt, daß 1923 hier alles mit einem einzigen Hotel namens “ Surfers Paradise Hotel“ angefangen hat, dann bekommt man beim heutigen Anblick vor Staunen glatt nicht mehr den Mund zu. Wie ihr wahrscheinlich bereits richtig vermutet habt, hat eben dieses Hotel schlußendlich dann der ganzen Stadt ihren Namen verliehen. Wir waren aber mit dem ganzen Angebot und den massenhaft, am Straßenrand aufgestellten Werbeschildern und Anzeigetafeln, komplett überfordert, sodass wir lieber das Weite gesucht und unser Lager ein wenig außerhalb aufgeschlagen haben.

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