Reiseblog

Blue Mountains

Frostige blaue Berge

Juli 152014
Juli 152014

Eineinhalb Stunden Fahrtzeit mußten wir lediglich investieren, um von der Stadt hinaus ins Herz der Blue Mountains, nach Katoomba, zu gelangen, einem idealen Ausgangspunkt für jegliche Aktivität in dieser Bergregion. Die Bezeichnung „Blue Mountains“ rührt übrigens vom bläulichen Nebel her, welcher die Berge umgibt, verursacht durch den feinen Öl-Dunst der Eukalyptus-Bäume. Ehrlich gesagt sahen wir davon nichts. Wie dem auch sei, auch ohne Nebel gab das bis zu 1.000m hohe Sandsteinplateau selbst für bergverwöhnte Südtiroler ein spektakuläres Bild ab, allem voran die Top-Attraktion der Region, die „Three Sisters“. Diese drei markanten Felssäulen lassen sich vom Aussichtspunkt in Katoomba leicht erblicken. Allerdings sollte man nicht damit rechnen, dort alleine in aller Ruhe seine Fotos schießen zu können, denn die Blue Mountains werden jährlich von über drei Millionen Menschen besucht; da wird es an den Aussichtsplattformen dann schon mal eng… und bis die Asiaten all ihre Fotoposen durchhaben, vergeht schon mal eine Ewigkeit. Uns wurde die Menschenansammlung bald mal zuviel, sodaß wir uns auf unserem Campingplatz zurückzogen und uns eine Wandertour fern der Masse für den nächsten Tag überlegten. Wir entschieden uns für die Wanderung zum sgn. „Ruined Castle“, einer Gruppe von Felstürmen, welche laut Info-Blatt mit sechs Stunden Gehzeit hin und retour veranschlagt ist. Vor dieser Tour mußten wir aber noch die Nacht im Camper bei spätherbstlichen Temperaturen überstehen. Wir sind ja jetzt nicht mehr in der Stadt, also können nochmal von den bereits frischen Temperaturen 10°C abgezogen werden. Tja, das ergibt für die Nacht Werte um den Gefrierpunkt, und die kündigten sich bereits an, als die Sonne am Campingplatz verschwand und es merklich kälter wurde. Wir waren natürlich bestens für die Frostnacht gewappnet und haben uns ordentlich eingepackt, aber trotz allem, die Nacht war grenzwertig und gut geschlafen heißt was anderes. Seppi konnte das sowieso egal sein, denn morgens um 5 Uhr stand das WM-Finale bei ihm am Programm. Nur gut, daß er dafür, wie für die Spiele zuvor, nicht ein Lokal aufsuchen mußte, sondern alles bequem per Livestream-App am Tablet verfolgen konnte. Nachdem dann auch der WM-Sieger feststand, wurde es Zeit, sich bei frostigen Temperaturen aus dem Bett zu quälen und mal einen Blick nach draußen zu wagen. Frost hatte sich am Camper und auf den Wiesen drum herum über Nacht gebildet, welcher nun langsam in der Sonne dahinschmolz. Zum Glück hatten wir wolkenlosen Himmel. Nach einem Frühstück im Freien – draußen in der Sonne war es wärmer als im Camper – starteten wir gegen 9 Uhr unsere Wanderung. Wie gesagt, sechs Stunden waren dafür für den Hin- und Rückweg veranschlagt. Nun, wenn wir euch sagen, daß wir unsere Mittagsjause bereits um 10:30 Uhr am Ziel verspeist haben, könnt ihr euch vorstellen, wie fehlgeschätzt die sechs Stunden sind; und wir liefen nicht mal und machten unterwegs auch ständig Fotos. Keine Ahnung also, für wen diese Schätzung gilt, vielleicht für die Asiaten… ok, das könnte in diesem Fall hinkommen 🙂  Jedenfalls genossen wir die Einsamkeit am Ruined Castle, welches wir lediglich mit ein paar hungrigen Raben teilen mußten. Um 13:30 Uhr war der Ausflug dann für uns mit der Rückkehr zum Ausgangspunkt beendet. Eine weitere Nacht bei frostigen Temperaturen wollten wir uns nicht mehr antun, sodaß wir wieder den Weg zurück in die Stadt suchten, ertragbaren Temperaturen entgegen.

    2 Comments

  1. Hoi des zwa,

    mir scheint des seid recht kältempfindlich giwordn. Longsom, longsom mißt des enk ans Klima va Geislsberg giwein. Mir om is Wintogiwond olm in Reichweite. Bäriga Bildo!
    Mochts guit und genießt in leschtn Teil va enkodo Reise!
    Mama mit Anhang

    • Griaß enk,
      giwöhnt schun, mehr als ins liab wor! Eaz brauchts la wieder a Wärm zun Auftaun. 😀
      Schiane Griaße!

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