Reiseblog

Namu’a & Saleapaga

Robinson Crusoe läßt grüßen

Juli 212014
Juli 212014

Wie ihr vielleicht schon selbst erkannt habt, besteht Samoa nicht nur aus einer Insel, sondern politisch gesehen, aus zwei. Zum Einen gibt es die kleinere aber dichter besiedelte Insel ‚Upolu mit der Hauptstadt Apia, und zum Anderen die größere, aber weniger bewohnte und entwickelte Insel Savai’i. Geographisch zählt allerdings noch eine Inselgruppe zu Samoa, nämlich Amerikanisch Samoa, welche, wie der Name bereits vermuten läßt, zu den USA gehört. Wir werden uns während unseres Samoaaufenthaltes lediglich auf den beiden erstgenannten Inseln aufhalten und uns dabei vorerst der Insel ‚Upolu widmen und nachher auf Savai’i überfahren.

So wie die meisten Samoa-„Gestrandeten“ verließen auch wir die Hauptstadt Apia an deren östlichen Ende, um der Küstenstraße ‚Upolus im Uhrzeigersinn zu folgen. Das Straßennetz auf dieser Insel ist ja nicht so groß. Das Inland ist zum Großteil unerschlossen und unzugänglich, sodaß sich der Hauptverkehr in Küstengegend abspielt. In Samoa fährt man, gleich wie in Neuseeland und Australien, auf der linken Seite, aber das war nicht immer so. Erst 2009 wurde trotz teils starkem Gegenwind aus der Bevölkerung, vom Rechts- auf den Linksverkehr umgestellt; der Grund: Man wollte vielen Samoanern, welche in Neuseeland leben, beim Autoimport entgegenkommen. Des Einen Freud, des Anderen Leid.

Wir fuhren also zunächst der Nordküste entlang durch ein paar verschlafene Nester. Dort ist uns eine große Besonderheit aufgefallen, nämlich daß die Samoaner die verstorbenen Familienangehörigen im eigenen Garten begraben. So befindet sich vor fast jedem Haus ein reichlich geschmücktes, und meist überdachtes, Grab. Des Weiteren rätselten wir, welchen Zweck wohl die höhergestellten Metall- oder Bambuskörbe an den Hauseinfahrten für einen Zweck erfüllen. Wie sich herausstellte, dienen diese der Mülleinsammlung; sehr praktisch. Man muß es den Samoanern schon lassen, es sieht alles sehr gepflegt und sauber entlang der Straße und im Hausgarten aus.

Bei Falefa dreht die Straße plötzlich Richtung Inland, weg von der Küste, etwas bergauf, bis man den Le Mafa Paß erreicht. Hier genossen wir zum ersten mal den Blick vom bergigeren Hinterland auf die Küstengegend. Alles grün, soweit das Auge reicht. Vom Paß gings dann wieder bergab Richtung Ostspitze der Insel. Bei Aleipata trifft man wieder auf die Küste. Nicht unweit davon erregte ein Schild unsere Aufmerksamkeit, und zwar konnte man von dieser Stelle auf die wenig entfernte Kleininsel Namu’a überfahren, um dort in einer der Fales ganz nach Robinson-Crusoe-Manier zu übernachten. Wir überlegten nicht lange, parkten unseren Mietwagen und setzten per Taxiboot über. Ein Traum, können wir nur sagen, so kennt man die Südpazifikinseln aus den Bildern. Wir kosteten die Abgeschiedenheit, den schönen Strand und das tolle Wasser mit reichlich Unterwasserleben voll aus.

Am nächsten Tag gings wieder zurück aufs „Festland“ und weiter Richtung Südküste. In Lalomanu legten wir einen Pflichtstopp ein, denn schließlich wollten wir einen der, wie es heißt, schönsten Strände Samoas nicht links liegen lassen. Er ist wahrhaftig wunderschön, allerdings blieb er für uns wegen seiner Bekanntheit bei vielen Touristen, lediglich ein Zwischenstopp. Wir ließen uns hingegen im nahegelegenen und  ruhigeren Saleapaga, im „Faofao Beach Fales Resort“, nieder. Uns gefiel die Übernachtung in einer Fale auf Namu’a so sehr, daß wir dieser Unterkunftskategorie treu bleiben möchten, mit dem zusätzlich positiven Nebeneffekt, daß sie schonend aufs Geldbörsel wirkt.

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