Reiseblog

To Sua & Matareva

Luxusbadewanne und Exklusivstrand

Juli 222014
Juli 222014

Ach wenn wir uns doch nur früher etwas besser zum Thema Bankomat-Verteilung auf Samoa informiert hätten. Nach unserem Aufenthalt in Saleapaga waren nämlich unsere Finanzen auf ein Minimum reduziert. Kein gerade günstiger Moment, denn je weiter man sich von Apia entfernt, desto schwieriger wird es mit der Kreditkarte zu bezahlen. Entweder wird sie erst gar nicht angenommen oder die Verbindung ist so schlecht, daß die Transaktion abbricht. Ein, wie gesagt, leider viel zu später Blick in unseren Reiseführer verriet uns dann, daß auf der Insel ‚Upolu lediglich in Apia Geldautomaten zu finden sind. Also mußten wir wohl oder übel auf unserer Weiterreise einen Abstecher in die Hauptstadt einlegen. Alles natürlich halb so schlimm bei der Größe dieser Insel.

Es war Sonntag an diesem Tag, für Samoaner der Tag, an welchem außer Glaube und Familie nichts anderes auf der Tagesordnung steht. Dementsprechend schön gekleidet erscheint die Gemeinde eines jeden Dorfes vollzählig in der Kirche zum Gottesdienst. Die Gotteshäuser hier sind im Vergleich zu unseren, ja geradezu Kathedralen, aber bei so starker Religionsverbundenheit werden die sicher bis auf den letzten Platz voll. Für uns hatte der Wochentag an sich nichts besonderes, irgendwie haben wir doch seit dem Start unserer Reise jeden Tag Sonntag. 😉 Trotzdem, auf der Straße hieß es vorsichtig fahren, da wir gelesen haben, daß die sowieso schon raserempfindlichen Dorfbewohner sich gerade am Sonntag mehr Rücksicht von Seiten der Autofahrer erwarten – Rasen heißt übrigens über 40km/h. 🙂

Auf unserem somit gemächlichen Umweg Richtung Apia legten wir erst mal einen Stop beim To Sua und To Le Sua ein. Dabei handelt es sich um zwei große tiefe Löcher in der Vulkansteinküste, welche im unteren Teil durch einen Kanal verbunden sind. Im Falle des To Sua besteht darüberhinaus noch eine unterirdische Verbindung zum Meer hinaus, von wo das Loch mit klarem Meerwasser versorgt und zur Luxusbadewanne für all jene wird, welche den schwindelerregenden Abstieg auf der Leiter nichts ausmacht. Über die Entstehung dieser beiden Löcher vermutet man, daß die Verbindungskanäle einst ein Lavakanal waren, welcher an diesen Stellen einbrach.

Wie im Falle des To Sua bzw. To Le Sua, aber auch an vielen anderen Sehenswürdigkeiten und Stränden, muß man üblicherweise immer eine geringe Abgabe für den Zutritt entrichten. Man bewegt sich hier nämlich auf Privatgrund, welcher in den meisten Fällen einer Familie gehört, somit hat diese das Recht, einen Eintrittspreis dafür zu verlangen.

Weitere Attraktion auf unserem Weg zum Geldautomaten waren die rund 50m hohen Sopo’aga Falls, welche mehr wegen ihrer Höhe denn ihres in die Tiefe stürzenden Bächleins die paar Tala wert waren. Zur Regenzeit wäre da sicher viel mehr Action.

Als wir dann endlich wieder genug Bares in unserer Kasse hatten gings wieder zurück an die Südküste, allerdings an die westliche Hälfte, zum Matareva-Strand, von dem wir lasen, es sei ein wundervoller Strand mit günstiger Fale-Übernachtungsmöglichkeit. Zunächst aber galt es bei der Abzweigung von der Küstenstraße die übliche Zutrittsgebühr bei den in der Kassier-Fale versammelten Herren zu entrichten. Wie es sich nach der holprigen Zufahrt auf dem Feldweg herausstellte, war dies in der Tat einer der schönsten Strände, die wir bis jetzt gesehen haben. Allerdings bzgl. übernachten sah es schlecht aus. Das Resort wird nämlich seit seiner Schließung letzten Jahres wegen einer Sturmflut wieder auf Vordermann gebracht und ist noch nicht geöffnet. Nachdem die Strandfale im Großen und Ganzen in gutem Zustand und die Toiletten inklusive einer primitiven Dusche funktionstüchtig waren, baten wir eine einheimische Familie, für uns doch bitte bei ihrer Rückfahrt auf die Küstenstraße die Herren am Eintritt zu fragen, ob es trotzdem möglich wäre, eine Matratze zu bekommen; Mosquitonetz haben wir ja selbst mit und mehr braucht es auch nicht. Tja, und da zeigte sich die Gastfreundlichkeit der Samoaner wieder aufs Neue: Nach einer guten halben Stunde tanzten auch schon gleich vier Leute an, um uns eine Fale übernachtungstauglich zu machen. Wir konnten uns für die nette Geste gar nicht genug bedanken. Am Morgen nach dieser Nacht in der Strandeinsamkeit konnten wir so direkt mit den ersten Sonnenstrahlen gleich aufs Schnorcheln überwechseln. Es war einer unserer schönsten Schnorchelgänge, müssen wir zugeben. Man bekommt aufgrund des seichten Korallenriffs zwar keine großen Fische zu sehen, dafür aber umso mehr von den kleinen bunten, und die Korallen sind auch in einem erfreulich guten Zustand. So gings mit einem weiteren Abenteuer in der Tasche wieder zurück auf die Straße, Richtung Westen.

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