Reiseblog

Induruwa

Tierschutz mit Fragezeichen

Januar 292014
Januar 292014

Bevor es für uns wieder an den Ausgangspunkt unserer Sri-Lanka-Rundreise, Colombo, geht, von wo wir unseren Flug weiter ins nächste Land nehmen, wollten wir noch einen Stop an der Südwestküste in Induruwa einlegen. Weniger diesem Ort galt unser Interesse als vielmehr seinen sympatischen Meeresbewohnern, nämlich den Schildkröten.

Seit bekannt ist, daß Schildkröten nachts häufig die ruhigen Strände in dieser Gegend aufsuchen, um ihre Eier im Sand abzulegen, wurden die Eier gestohlen, verkauft und u.a. oft auf die inoffizielle Speisekarte einiger Restaurants gesetzt. Aufgrund dieser negativen Entwicklung öffneten sog. Schildkrötenfarmen, welche die Eier gezielt einsammeln und die Jungen nach dem Schlüpfen wieder frei lassen; somit wird versucht dem kriminellen Eierraub ein Ende zu setzen. Argumente der Betreiber solcher Farmen sind zudem, daß der Verlust an Schildkrötenbabies durch natürliche Feinde und den Menschen enorm sei und ohne die Hilfe der Farmen nur einzelne überleben würden. Man mag allerdings von diesen Farmen halten was man will. Heute sprießt entlang der Küste eine Farm nach der anderen aus dem Boden, alle unter demselben Vorwand, daß damit Gutes getan und die Schildkrötenpopulation für die Nachwelt gesichert wird. Ob das aber wirklich stimmt? Tatsache ist: Seit es diese Farmen gibt, ist der natürliche Vorgang des Eierlegens und anschließenden Schlüpfens am Strand nicht mehr zu beobachten. Leute laufen nachts den Strand entlang, so die Worte unserer Gastgeberin, um die Eier einzusammeln und sie an die Farmen zu verkaufen. Fakt ist auch, daß Schildkrötenfarmen kräftig mit dem Tourismus verdienen und weiter verdienen wollen. Die Farmen, welche sich nämlich gerade im Bau befinden, sehen weniger wie Non-Profit-Organisationen im Dienste der Natur aus, sondern ähneln vielmehr einem kleinen Erlebnispark, in welchen die Touristen gelockt werden sollen. Weder wir, noch unsere Gastgeberin kennen die Wahrheit, deshalb war unser Besuch in dieser Farm von bitterem Beigeschmack gekennzeichnet.

Mit gemischten Gefühlen gegenüber den selbsternannten Naturschützern und mit ausreichend Erholung am hauseigenen Strand unserer Unterkunft traten wir die Weiterreise Richtung Colombo an. Das nächste mal werden wir uns aus unserem neuen Zielland melden. Bis dahin!

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