Reiseblog

Geikie Gorge National Park

Zeitzeuge

Mai 172014
Mai 172014

Je weiter wir in die Kimberley-Region des Bundesstaates Westaustralien vordringen, desto stärker wird uns bewußt, daß man ohne Allradfahrzeug hier auf viele Sehenswürdigkeiten verzichten muß; ist bis auf ein paar Ausnahmen der Highway hier doch die einzige versiegelte Straße. Unerreichbar für uns blieben: die gesamte West-Kimberley-Region, erreichbar über die bekannte und abenteuerliche „Gibb River Road“, an welcher sich auch schon mal die Allradfahrzeuge die Zähne ausbeißen. Weiters unzugänglich für Zweiradantrieb ist der Purnululu National Park mit seiner „Bungle Bungle“-Bergkette, sowie einige abgelegene Bade-Pools um Halls Creek.

Auf unserer 650km langen Fahrt von Kununurra nach Fitzroy Crossing sahen wir uns lediglich die sgn. „China Wall“ bei Halls Creek an, welche auf den ersten Blick wie eine von Menschenhand erbaute Mauer aussieht, in Wirklichkeit aber eine Quartzsteinformation natürlichen Ursprungs ist.

Die lange Strecke bis Fitzroy Crossing legten wir natürlich nicht in einem Stück zurück. Wir übernachteten zweimal auf dieser Strecke, einmal in der Nähe der Abzweigung zum Purnululu National Park und zum Zweiten etwa 50km vor Fitzroy Crossing auf einem toll gelegenen Gratis-Campingplatz, wo wir einen traumhaften Sonnenuntergang und gleich danach zum ersten mal einen Mondaufgang bewundern durften. Es war schon beeindruckend, den zunächst orangefarbenen Vollmond am Horizont aufsteigen zu sehen. Warum orange, wenn der Mond ansonsten ja weiß/silbrig schimmert? Ein netter älterer Australier erklärte uns, daß aufgrund der momentanen Buschfeuer ständiger Qualm in der Luft liegt und somit den Mond orange scheinen läßt. Zudem verriet uns ein Hobbyastronom, hatte an diesem Abend der Mond die kürzeste Entfernung zur Erde eingenommen; kein Wunder, so groß und hell wie er sich in dieser Nacht präsentierte. Ja man lernt eine Menge von den Australiern hier, die so offen und redefreudig sind, daß man leicht und immer miteinander ins Gespräch kommt.

Am nächsten Tag gings, wie gesagt, nach Fitzroy Crossing. Ähnliche Ortschaft, ähnliches Bild: eine Tankstelle, ein Supermarkt, eine handvoll Shops, eine Bank und arbeitslose Aborigines. Und…ein kostenloses Schwimmbad das aber, und jetzt kommts, aufgrund der „cool season“ (also noch kalten!!!! Jahreszeit), geschlossen hatte. Wir trauten unseren Ohren nicht als die Dame vom Tourismusbüro uns mitteilte, daß das Schwimmbad erst in der „dry season“, also ca. im September, seine Tore öffnet, da es dann richtig heiß sei. Unsere Schwimmbäder daheim würden unter diesen Umständen wohl niemals aufsperren 🙂

Wir fuhren, etwas abseits der Ortschaft, zum Geikie Gorge National Park, wo der Fitzroy River über Millionen von Jahren seine Spuren in Form einer tiefen Schlucht im Sandstein hinterlassen hat. Die Bootstour hier, zur Besichtigung der Felsformationen, ist um mehr als die Hälfte billiger als beim Katherine Gorge, sodaß wir uns diesmal nur allzu gern für die Besichtigung zu Wasser entschieden haben. Schon beeindruckend wenn man an der weißen Färbung in der Felswand sieht, wie hoch das Wasser in dieser Gegend zur Regenzeit steht. Neben Süßwasserkrokodilen beheimatet der Fitzroy River übrigens auch den Sägefisch und den Süßwasserstachelrochen, beide ans Süßwasser angepaßte Zeugen einer längst vergangenen Zeit, in welcher die Felsformationen noch mit Korallen bedeckter Meeresboden waren.

    2 Comments

  1. salve sepp,

    mörderischer bericht wieder amol… also wennst wieder zruck bist in südtirol konnst ohne weiteres als geo-professor in da schul unterrichten… kafst dir an olten dia-projektor und dahin gehts ;-)…

    also, weiterhin viel spaß eich zwa und i gfrei mi schon auf mehr infos aus down under…

    lg ernst

    p.s. seppi, mit der frisur schaust glei um aniges jünger aus… nerma wie ende 30 sondern eher mitte 30 ;-)…

    • Salve Ernesto,
      i glab, des Unterrichten überloß i liaber denen, de’s können.. mi hobn’s beim Präsentiern in dr FH jo immer Schloftablette ghoaßn.. do konn der Stoff donn no so interessant sein. 😉
      Jo, i kimm aus meim High-Scool-Olter uanfoch nit ausn, wos!? 😀

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